17.07.17 16:37 Alter: 189 Tage

Warum die Einführung eines Bestellerprinzips für den Kauf von Immobilien ein Irrweg wäre

Die SPD will die Erwerbsnebenkosten beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses senken. Das wird auch vom Immobilienverband Deutschland (IVD) grundsätzlich begrüßt. Es sei aber ein Irrweg, zu glauben, dass ein Bestellerprinzip bei Kaufimmobilien der entscheidende Hebel dafür sein könnte, kritisiert IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Er reagiert mit diesem Statement auf die entsprechende Passage im Wahlprogramm der SPD. Die Sozialdemokraten wollen das Prinzip „Wer bestellt, bezahlt“ auch für Maklerkosten beim Kauf von Wohneigentum einführen (Seite 44 des Regierungsprogramms 2017 bis 2011). Demnach würde in der Regel der Verkäufer die Kosten zu tragen haben.

 

„Der IVD ist gegen ein Bestellerprinzip beim Kauf per Gesetz. Wir erwarten, dass die SPD dieses Vorhaben streicht, denn es ist abwegig und spiegelt in keiner Weise die Realität wider. Offenbar geleitet von der Fehlvorstellung, dass die Situation bei Kaufimmobilien ähnlich sei wie bei der Vermietung, hat die SPD diesen falschen Weg eingeschlagen“, ärgert sich Schick.

 

Anhand der folgenden 6 Punkte skizziert der IVD aus seiner Sicht die Folgen für den Verbraucher und den Markt:

 

1. Kaufpreise erhöhen sich

 

Zahlt der Verkäufer die Maklerprovision, wird er sie zuvor im Kaufpreis einpreisen, soweit der Markt dies zulässt. Damit erhöhen sich die Kaufpreise. Die Summe aus Kaufpreis und Maklerprovision bleibt für den Käufer gleich.

 

2. Die öffentliche Hand profitiert

 

Durch den höheren Kaufpreis erhöht sich die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer. Der Käufer zahlt somit nicht nur auf den Kaufpreis, sondern auch auf die Provision Grunderwerbsteuer - wovon letztlich die öffentliche Hand profitiert.

 

3. Kaufinteressenten sind auf sich alleine gestellt, die Beratung entfällt

 

Das Bestellerprinzip widerspricht der staatlichen Aufgabe, Verbraucher zu schützen. Der Käufer wäre im Ankaufsprozess völlig auf sich alleine gestellt. Denn das Bestellerprinzip hätte zur Folge, dass der Kaufinteressent vom Makler keine Beratungsleistung verlangen könnte, da diesem gesetzlich verboten wird, mit dem Interessenten einen Vertrag abzuschließen. Steht der Makler ausschließlich im Lager des Verkäufers, wird der Makler auch nur ihn beraten. Dies kann nicht gewollt sein, zumal der Verkaufsprozess von zahlreichen Fachfragen flankiert ist, die den Sachverstand des Maklers erfordern.

HUGTGS